Nun, das kommt wahrscheinlich daher, dass die meisten die nach so etwas im Internet suchen zufällig eine Gartenschere gefunden habe und kein Gärtner sind.
Ich selbst zähle mich auch zu dieser Kategorie Hobby-Ich-werde-das-schon-können-Gärtnern. Daher habe auch ich im Internet nach Informationen zum Palmenschneiden gesucht.
Ist nicht so leicht.
Also das Finden von guten Anleitungen. Das schneiden selbst ist nicht schwer, wenn man mal raus hat, wie es geht.
Daher habe ich mich dazu entschlossen, aufzuschreiben wie ich es mache. Vielleicht hilft es auch anderen weiter.
Warum sollten Palmen überhaupt beschnitten werden?
Zuerst sieht es schön aus. Außerdem ist es nötig, um Feuergefahr zu vermeiden. Nur wenig brennt besser als trockene Palmenblätter! Ist der Palmenstamm glatt, hilft das auch zu verhindern, dass sich Schädlinge einnisten.

Palmen im Winter schneiden
Palmen sollten im Winter beschnitten werden. Wenn man grüne Teile der Palme schneidet tritt Saft aus, der mit seinem Geruch den Palmenrüssler (Rhynchophorus ferrugineus) anlockt. Dieser kann die Palme umbringen indem er das Palmenherz zerstört. Dieser Käfer ist im Winter weniger aktiv.
Palmen sind eigentlich keine „richtigen“ Bäume. Sie haben keine Rinde und können nicht einfach einen neuen Trieb bilden, wenn die Krone abbricht oder abgeschnitten wird. Dann stirbt der Baum. Sie wachsen nur an der Spitze des Stamms indem sie dort neue Blätter bilden. Das ist das Palmenherz. Wird dieses zerstört stirbt die Palme.
Zuerst muss ich sagen, dass es um tatsächliche Palmen geht. Nicht um Pälmchen. Also so richtige Bäume. Meine sind ca. 35 Jahre alt und wachsen seit 30 Jahren in unserem Garten und sind etwa 8 Meter hoch. Ich denke es handelt sich hier um Exemplare der „Washingtonia“. Demnächst muss ich mir mal überlegen was ich mache, wenn die Leiter nicht mehr lange genug ist. Jetzt ist es aber noch nicht so weit.
Keinesfalls sollte man Steigeisen benutzen um auf eine Palme zu klettern. Mit Eisen verletzt man den Stamm und es können sich Schädlinge einnisten.
Für Sicherheit sorgen
Immer sollte man seine eigene Sicherheit bedenken. Die meisten mit denen ich gesprochen habe wollen keine Palmen schneiden, da sie irgendwann schon mal bei dieser Tätigkeit vom Baum gefallen sind. Nun ja, da denk ich meistens „selbst Schuld“. Es gibt genügend Schutzausrüstung. Ich glaube, dass das eine Investition wert ist. Vor allem da diese Bäume in den nächsten Jahren bestimmt nicht niedriger werden.
Handschuhe kann ich auch sehr empfehlen. Die Blätter haben Dornen oder Stacheln an den Seiten die oft so gut wie eine Säge sind. Außerdem benutze ich meistens eine Atemmaske. In unseren Palmen sitzen sehr gerne Papageien, die dort auch Ihre Hinterlassenschaften deponieren. Beim Abschneiden der Blätter regnet natürlich alles auf den Schneidenden herunter. Vogelkot in der Lunge soll ja angeblich nicht so gesund sein …

Ist für ausreichend Sicherheit gesorgt, kann es losgehen. Man kann die Blätter am Stil absägen und im nächsten oder übernächsten Jahr die Reste vom Stamm entfernen. Das finde ich recht anstrengend. Die Stiele haben sehr viele Fasern die an das Futter von Schnittschutzkleidung erinnern. Dementsprechend schwer ist es auch sie durchzusägen. Die Blätter wachsen auch ziemlich dicht aneinander. Somit muss man aufpassen sich nicht die Hand beim Schneiden an einem benachbarten Blatt zu verletzen.
Einfacher finde ich es, die Blätter knapp am Stamm, wo sie noch ganz dünn sind, mit einem Teppichmesser abzuschneiden. Wenn man sich erst einmal unter die Blätter zum Stamm durchgekämpft hat benötigt man dafür nur wenig Kraft. Im darauffolgenden Jahr kann man den verbliebenen Rest einfach entfernen indem man mit einer behandschuhten Hand über den Stamm reibt.
Die Blüten dieser Palmen befinden sich zwischen den Blättern und sind an die 6 Meter lang. Am Stamm sind sie etwa so dick wie der Unterarm eines Erwachsenen. Sie wachsen zuerst nach oben, biegen sich dann nach unten und verzweigen sich.

Wenn möglich lasse ich die Blüten stehen. Dies kostet die Palme zwar kraft, die Vögel freuen sich aber sehr über die Früchte. Außerdem ist es sehr schwer sie abzuschneiden. Im nächsten Jahr, wenn sie ganz dürr sind, ist es einfacher sie mit den Blättern aus der Krone zu ziehen.
Vögel, vor allem Papageien bauen sehr gerne ihre Nester in die Kronen. Sehr interessant finde ich, dass sie eigentlich immer zu einer benachbarten Palmen fliegen und dort das Material für den Nestbau holen obwohn auf Ihrer Palme genau die gleichen Blätter zu finen sind.

Hängen die Blüten aber über den Gehweg, oder stellen anderweitig eine Gefahrenquelle da, wenn sie dürr werden und herunterfallen, entferne ich sie. Am einfachsten finde ich dazu eine kleine Akku-Säbelsäge mit Aufsatz zum Äste schneiden. Ich habe auch schon eine Handkettensäge versucht. Überhaupt nicht erfolgreich. Mit einem Sägemesser klappt es auch ganz gut, ist aber sehr anstrengend.
Meist wird geraten keine Blätter zu entfernen, die nicht tiefer als 90 Grad hängen. Ich bevorzuge es allerdings alle grünen Blätter an der Palme zu lassen, da sie so fülliger aussieht. Das hat aber den Nachteil, dass die tiefhängenden Blätter bald braun werden und dann wieder das perfekte Erscheinungsbild trüben. Das nehme ich gerne in Kauf.
